Wer bei Google einen Betrieb in der Nähe sucht, bekommt häufig oberhalb der normalen Treffer eine Karte mit Einträgen zu sehen. Dein Google Unternehmensprofil kann einer davon sein, mit Sternen und Öffnungszeiten. Was dort fehlt oder veraltet ist, kann dich Anrufe kosten, von denen du nie erfährst.
Das Wichtigste in Kürze
Fünf Punkte für alle, die nur zwei Minuten haben.
- Das Profil beantwortet Fragen, bevor jemand anruft. Bewertungen, deine Antworten darauf, Öffnungszeiten, Fotos, Kategorie und Leistungen sieht ein Interessent, ohne deine Website zu öffnen.
- Das Gewicht von Bewertungen hängt von der Branche ab. Bei der Wahl eines neuen Restaurants oder Cafés nennen 30 Prozent Online-Bewertungen das wichtigste Kriterium, bei der Handwerkersuche ziehen nur 15 Prozent Online-Kundenbewertungen zurate (mehrere Antworten möglich). Beides sind Bitkom-Umfragen in Deutschland ab 16 Jahren (2024 und 2025) mit unterschiedlicher Frage, nicht miteinander verrechenbar.
- Google sortiert vor allem nach Relevanz, Entfernung und Beliebtheit. Ein besseres lokales Ranking lässt sich laut Google auch gegen Bezahlung nicht einfordern.
- Um Bewertungen bitten darfst du, Gegenleistungen verbietet Google. Google untersagt Anreize wie Rabatte oder Gratisleistungen für Rezensionen. Gefälschte Bewertungen gelten zudem nach EU-Recht und deutschem Wettbewerbsrecht als stets unlauter. Bewertungen gegen Gegenleistung ordnet im Einzelfall ein Anwalt rechtlich ein.
- Die Prüfung dauert etwa eine Stunde. Sieben Schritte zeigen dir dein Profil so, wie ein Kunde es sieht. Die Zeitangabe ist meine Schätzung für ein bestehendes Profil.
Wer nur eine Sache heute erledigt, prüft die Öffnungszeiten: Sie sind am schnellsten korrigiert und am ärgerlichsten, wenn sie falsch sind.
Kunden prüfen im Google Unternehmensprofil, ob sich der Anruf lohnt
Das Google Unternehmensprofil ist der kostenlose Firmeneintrag, den Google in der Suche und in Google Maps anzeigt. Früher hieß der Dienst Google My Business, und viele suchen noch unter diesem Namen. Du legst den Eintrag selbst an und bestätigst ihn. Andere Nutzer können Bewertungen und Fotos beisteuern oder Änderungen vorschlagen.
Was ein Interessent dort prüft, lässt sich an den Feldern ablesen, die Google oben im Eintrag zeigt.
- Sterne und Anzahl. Eine 4,8 aus sechs Bewertungen liest sich anders als eine 4,5 aus neunzig.
- Deine Antworten. Eine sachliche Antwort auf eine Beschwerde zeigt, wie du mit Ärger umgehst. Kunden lesen diese Stellen nach meiner Einschätzung genauer als das Lob.
- Öffnungszeiten. Wer vor verschlossener Tür stand, schreibt darüber. Feiertage und Betriebsurlaub trägst du als spezielle Öffnungszeiten ein.
- Fotos. Echte Bilder von Team, Fahrzeug, Werkstatt oder Laden zeigen, dass es den Betrieb gibt. Gekaufte Symbolbilder erkennen viele sofort.
- Kategorie und Leistungen. Unter dem Namen steht die Kategorie, also die Branchenangabe, etwa „Elektriker“. Die Leistungsliste verrät, ob du Wallboxen montierst oder Altbauten sanierst.
Keines dieser Felder ist schwer zu pflegen. Liegen sie brach, wirkt der Eintrag wie ein Betrieb, der nicht mehr ans Telefon geht.
Wie viel das Profil wiegt, hängt vom Gewerbe ab. In einer Bitkom-Umfrage von 2024 unter 1.005 Personen ab 16 Jahren in Deutschland nannten 30 Prozent Online-Bewertungen das wichtigste Kriterium bei der Auswahl eines neuen Restaurants oder Cafés. Bei der Handwerkersuche sieht es anders aus. In einer Bitkom-Umfrage von 2025 unter 1.004 Personen ab 16 Jahren in Deutschland ziehen 15 Prozent Online-Kundenbewertungen zurate. 83 Prozent holen sich Rat im persönlichen Gespräch mit Freundeskreis, Familie oder Kollegen. Die Anteile ergeben zusammen weit über 100 Prozent, viele nutzen also mehrere Wege nebeneinander.
Zwei Erhebungen, zwei Fragen. Verrechnen lässt sich das nicht. Meine Einschätzung für Handwerker: Wer auf Empfehlung anruft, sucht vorher oft den Namen, um an die Nummer zu kommen, und landet dabei im Profil. Dort bestätigt sich die Empfehlung oder eben nicht.
Google sortiert lokale Treffer vor allem nach drei Faktoren
Google beschreibt die Rangfolge in der eigenen Hilfe knapp. Lokale Suchergebnisse basieren demnach hauptsächlich auf Relevanz, Entfernung und Beliebtheit. Relevanz meint, wie gut dein Profil zur Suchanfrage passt. Google rät dafür zu vollständigen und korrekten Angaben, etwa zur Kategorie. Entfernung ist der Abstand zum Suchenden. Teilt er seinen Standort nicht, nutzt Google, was es über seinen Standort weiß.
Beliebtheit ist der unschärfste Faktor. Google nennt dafür unter anderem die Zahl der Websites, die auf dein Unternehmen verweisen, und die Zahl deiner Rezensionen. Wörtlich heißt es: „Je mehr Rezensionen und positive Bewertungen Ihr Unternehmen erhält, desto besser kann das Ranking in lokalen Suchergebnissen ausfallen.“ Google schreibt „kann“.
Und ein Satz, den jeder Inhaber kennen sollte, bevor ihm jemand einen Platz ganz oben verkauft: „Ein besseres lokales Ranking bei Google kann nicht eingefordert werden, auch nicht gegen Bezahlung.“ Anzeigen über Google Ads laufen davon getrennt und tragen einen Hinweis wie „Gesponsert“.
Wie die drei Faktoren zusammenwirken, habe ich im Juli 2026 für einen Elektrobetrieb aus dem Umland einer Großstadt geprüft. In einem Stadtbezirk der Großstadt hatten die drei Erstplatzierten zwischen 29 und 102 Bewertungen. Bei ihnen fielen mir außerdem ein Suchbegriff im Firmennamen und eine 24-Stunden-Angabe auf. In der Heimatgemeinde des Betriebs reichten dem Erstplatzierten sieben Bewertungen. Der Betrieb selbst stand dort nicht unter den ersten zehn.
Das Profil wurde deshalb zur Sofortmaßnahme. Die Prüfung war eine Momentaufnahme, und lokale Ergebnisse hängen vom Standort der Abfrage ab. Eine Regel für jede Gemeinde leite ich daraus nicht ab. Der Befund zeigt aber, wie verschieden die Hürde ausfallen kann.
Um Bewertungen bitten ist erlaubt, Gegenleistungen verbietet Google
Nach meiner Erfahrung scheuen sich viele Inhaber, um eine Bewertung zu bitten. Google sieht das nüchterner. In der Hilfe steht: „Sie können Kunden bitten, auf einen Google-Link zu klicken oder einen QR‑Code zu scannen, um Rezensionen zu hinterlassen.“ Link und QR-Code findest du in deinem Profil unter „Rezensionen lesen“ und dann „Mehr Rezensionen erhalten“.
Die Grenze zieht Google ebenso deutlich. „Anreize wie kostenlose oder vergünstigte Produkte oder Dienstleistungen als Gegenleistung für Rezensionen“ gelten dort als gefälschte Interaktionen und sind streng verboten. Der Rabatt für fünf Sterne fällt darunter, nach meinem Verständnis auch ein Gewinnspiel unter Bewertern.
Googles Verbot ist eine Regel der Plattform. Daneben gilt Recht. Die EU hat 2019 mit der Richtlinie (EU) 2019/2161 die Abgabe gefälschter Verbraucherbewertungen und den Auftrag dazu in die Liste der Geschäftspraktiken aufgenommen, die stets als unlauter gelten (Nummer 23c im Anhang I der Richtlinie 2005/29/EG). Deutschland führt diese Liste im Anhang des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Bewertungen gegen Gegenleistung nennt Nummer 23c nicht ausdrücklich; ihre Einordnung beurteilt im Einzelfall ein Anwalt.
Dass Menschen bewerten, zeigt die Bitkom-Umfrage von 2024: 39 Prozent geben an, nach einem Besuch in einem Restaurant oder Café selbst häufiger Online-Bewertungen zu schreiben. Für andere Branchen liefert die Umfrage keinen Wert. Meine Einschätzung ist schlichter. Wer zufrieden ist, bewertet eher, wenn der Weg dorthin kurz ist.
Für einen Einzelhändler habe ich deshalb einen Aufsteller mit QR-Code gestaltet, der direkt zur Google-Bewertung führt, darauf eine kurze Bitte. Ich habe ihn zum Erstgespräch als Geschenk mitgebracht. Wie viele Bewertungen der Aufsteller gebracht hat, kann ich nicht belegen.
In einer Stunde siehst du dein Profil mit Kundenaugen
Die Prüfung braucht kein Werkzeug außer einem Handy und dem Zugang zu deinem Profil. Die Minutenangaben sind meine Schätzung.
- Wie ein Kunde suchen (10 Minuten). Öffne ein privates Browserfenster auf dem Handy und suche nach Leistung plus Ort, etwa „Elektriker Stadthagen“. Notiere, ob und an welcher Stelle du erscheinst, und wiederhole die Suche mit dem Namen der Nachbargemeinde.
- Grunddaten abgleichen (10 Minuten). Name, Adresse, Telefonnummer und Website sollten mit Briefkopf und Impressum übereinstimmen. Der Name steht dort ohne Zusätze, so wie der Betrieb heißt.
- Öffnungszeiten ergänzen (5 Minuten). Trage Feiertage bis zum Jahresende und geplanten Betriebsurlaub als spezielle Öffnungszeiten ein.
- Kategorie und Leistungen schärfen (10 Minuten). Wähle die engste passende Hauptkategorie und schreibe die Leistungen in den Worten, die Kunden am Telefon benutzen.
- Offene Bewertungen beantworten (10 Minuten). Antworte sachlich, bedanke dich bei Lob und nenne bei Kritik keine Kundendaten. Deine Antworten sind öffentlich.
- Fotos erneuern (10 Minuten). Lade aktuelle, echte Bilder hoch: Team, Fahrzeug, Arbeitsplatz, ein fertiges Ergebnis.
- Bewertungslink sichern (5 Minuten). Kopiere den Link aus dem Profil und setze ihn dorthin, wo zufriedene Kunden ohnehin von dir lesen, etwa in die Rechnungsmail oder die E-Mail-Signatur.
Schritt zwei wirkt banal. Laut der Bitkom-Umfrage von 2025 ist für 40 Prozent der Befragten das Fehlen einer Webseite sogar ein Ausschlusskriterium bei der Wahl eines Handwerksbetriebs. Die Aussage bezieht sich auf die Webseite des Betriebs. Ich folgere daraus, dass ein Profil ohne funktionierenden Website-Link gerade die Kunden riskiert, die gründlich vergleichen. Wie du die Website selbst in der normalen Suche nach vorn bringst, steht in meinem Beitrag Bei Google gefunden werden: woran es wirklich liegt.
Meine Notiz: Den Suchbegriff im Firmennamen kopiere ich nicht
Bei der Prüfung im Juli stand bei den Erstplatzierten im Stadtbezirk ein Suchbegriff im Firmennamen. Die naheliegende Reaktion lautet: Machen wir auch. Ich rate davon ab. In Googles Richtlinien steht: „Es ist nicht erlaubt, dem Namen eines Unternehmens unnötige Informationen hinzuzufügen.“ Wer gegen diese Richtlinien verstößt, riskiert laut Google, dass der Zugriff auf sein Unternehmensprofil gesperrt wird.
Ob der Suchbegriff bei der Konkurrenz zum eingetragenen Namen gehört, lässt sich aus der Trefferliste nicht ablesen. Heißt ein Betrieb wirklich so, ist das in Ordnung. Wer den Zusatz nur ins Profil schreibt, baut seinen Platz auf einen Regelverstoß, den Google jederzeit ahnden kann. Das ist mir als Vorbild zu wackelig.
Meine Festlegung für Kundenprofile: echter Name, vollständige Angaben, Bewertungen nur auf Bitte, eine Website, die hält, was das Profil verspricht. Das dauert länger. Dafür verstößt nichts davon gegen Googles Richtlinien. Und die sieben Bewertungen, die in der Heimatgemeinde für Platz eins reichten, sind kein unerreichbares Ziel.
Häufige Fragen
Kostet das Google Unternehmensprofil etwas?
Nein, Anlegen und Pflegen sind kostenlos. Geld kostet nur Werbung über Google Ads. Laut Google lässt sich ein besseres lokales Ranking auch gegen Bezahlung nicht einfordern.
Ist Google My Business dasselbe wie das Google Unternehmensprofil?
Ja. Google hat den Dienst umbenannt, gemeint ist derselbe Eintrag in der Suche und in Google Maps. Viele Anleitungen verwenden noch den alten Namen.
Darf ich Kunden um eine Google-Bewertung bitten?
Ja, Google rät in seinen Tipps sogar dazu und stellt dafür einen Link und einen QR-Code bereit. Google verbietet aber Gegenleistungen wie Rabatte oder Gratisleistungen für eine Bewertung.
Wie viele Google-Bewertungen brauche ich für einen guten Platz?
Eine feste Zahl nennt Google nicht. In meiner Prüfung vom Juli 2026 reichten in der Heimatgemeinde eines Betriebs sieben Bewertungen für Platz eins, in einem Stadtbezirk der nahen Großstadt hatten die ersten drei 29 bis 102. Es kommt auf die Konkurrenz an deinem Ort an.
Kann ich eine schlechte Google-Bewertung löschen lassen?
Löschen kannst du sie nicht selbst. Verstößt eine Bewertung gegen Googles Richtlinien, kannst du sie melden. Eine unbequeme, aber echte Bewertung bleibt stehen, dann hilft eine sachliche Antwort.
Dein nächster Schritt
Wenn du nach der Prüfung nicht sicher bist, ob Profil und Website zusammenpassen, gehen wir beides gemeinsam durch. Im Erstgespräch schaue ich mir dein Profil an und sage dir, was ich zuerst ändern würde; die laufende Pflege von Profil und Website gehört zu meiner SEO-Betreuung.
Quellen
Alle Quellen habe ich am 28.09.2026 aufgerufen und geprüft.
- Google: Ranking in lokalen Suchergebnissen auf Google verbessern. o. J. https://support.google.com/business/answer/7091?hl=de, abgerufen 28.09.2026.
- Google: Tipps für mehr Rezensionen. o. J. https://support.google.com/business/answer/3474122?hl=de, abgerufen 28.09.2026.
- Google: Richtlinien für die Präsentation Ihres Unternehmens auf Google. o. J. https://support.google.com/business/answer/3038177?hl=de, abgerufen 28.09.2026.
- Bitkom e. V.: Restaurants und Cafés: Für knapp ein Drittel sind Online-Bewertungen entscheidend. 2024. https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Restaurants-und-Cafes-Online-Bewertungen-entscheidend, abgerufen 28.09.2026.
- Bitkom e. V.: Handwerkersuche: Persönliches Gespräch schlägt Infos im Netz. 2025. https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Handwerkersuche-Gespraech-schlaegt-Netz, abgerufen 28.09.2026.
- Europäisches Parlament und Rat: RICHTLINIE (EU) 2019/2161 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 27. November 2019 zur Änderung der Richtlinie 93/13/EWG des Rates und der Richtlinien 98/6/EG, 2005/29/EG und 2011/83/EU des Europäischen Parlaments und des Rates zur besseren Durchsetzung und Modernisierung der Verbraucherschutzvorschriften der Union (Text von Bedeutung für den EWR). 2019. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32019L2161, abgerufen 28.09.2026.