Die Google Ads Kosten deines Betriebs stehen in keiner Preisliste. Google versteigert die Anzeigenplätze in dem Moment, in dem jemand sucht, und das Budget legst du selbst fest. Ob sich Anzeigen für dich rechnen, zeigt deshalb eine andere Zahl: was ein Klick höchstens kosten darf, damit aus ihm ein Auftrag mit Gewinn wird.
Das Wichtigste in Kürze
Vier Punkte reichen, um die Kosten von Google-Anzeigen einzuordnen.
- Der Klickpreis entsteht in einer Auktion. Dein Gebot ist die Obergrenze. Laut Google-Ads-Hilfe liegen die tatsächlichen Kosten oft darunter, und hochwertigere Anzeigen führen häufig zu niedrigeren Klickpreisen.
- Das Budget bestimmst du. Die Google-Ads-Hilfe nennt keinen festen Mindestbetrag. Bei den meisten Kampagnen darf Google an einzelnen Tagen bis zum Doppelten des durchschnittlichen Tagesbudgets ausgeben, berechnet im Monat aber höchstens das 30,4-Fache, solange du das Budget im Monat nicht änderst.
- Die Rechnung beginnt beim Auftrag. Deckungsbeitrag, Abschlussquote und Anfragequote der Zielseite ergeben, was ein Klick kosten darf. Die Zahlen im Rechenweg unten sind Beispielzahlen, keine Marktwerte.
- Fremde Durchschnittswerte taugen nur als grober Hinweis. Der Klickpreis-Vergleich von WordStream beruht auf US-Kampagnen. Für deine Region schätzt du mit dem Keyword-Planer von Google.
Mit diesen vier Punkten entscheidest du über Anzeigen anhand deiner eigenen Zahlen.
Google versteigert die Anzeigenplätze bei jeder einzelnen Suche
Suchanzeigen bei Google Ads, also die bezahlten Anzeigen über und unter den normalen Suchergebnissen, kosten bei der üblichen Abrechnung erst etwas, wenn jemand klickt. Der Klickpreis, bei Google Cost-per-Click oder kurz CPC genannt, ist der Betrag, den Google dir für einen einzelnen Klick auf deine Anzeige berechnet. Einen festen Tarif dafür gibt es nicht.
Sucht jemand in Stadthagen nach einem Heizungsnotdienst, ermittelt Google in diesem Moment, welche Anzeigen erscheinen und in welcher Reihenfolge. Die Google-Ads-Hilfe nennt das Anzeigenauktion. Mit deinem Gebot legst du fest, wie viel du höchstens für einen Klick zahlen willst. Die tatsächlichen Kosten liegen nach Angabe von Google „oft unter diesem Betrag“.
Über den Platz entscheidet der Anzeigenrang, also Googles Bewertung, ob und an welcher Stelle deine Anzeige erscheint. Die Hilfeseite zum Anzeigenrang nennt dafür sechs Faktoren, und das Gebot ist nur einer davon. Ein anderer ist die Qualität der Anzeige und der Landingpage, der Seite, auf der ein Besucher nach dem Klick landet.
Qualität senkt oft den Preis. Google schreibt dazu wörtlich: „Hochwertigere Anzeigen führen häufig zu niedrigeren CPCs.“ Außerdem legt Google Mindestwerte fest, die eine Anzeige für eine Auslieferung erreichen muss. Wer eine schwache Anzeige auf eine unpassende Seite schickt, zahlt nach dieser Logik mehr für schlechtere Plätze.
Deine Google-Ads-Kosten begrenzt du selbst, Google hält das Monatslimit ein
Einen festen Mindestbetrag nennt die Google-Ads-Hilfe nicht. Du legst ein durchschnittliches Tagesbudget fest und kannst es jederzeit ändern. Liegt es unter dem Betrag, den Google dir empfiehlt, laufen die Anzeigen trotzdem, nur seltener. Auf der Hilfeseite zum empfohlenen Tagesbudget heißt es, die Anzeigen erscheinen dann „nicht bei jeder relevanten Suchanfrage“.
Das Tagesbudget ist ein Durchschnitt. An Tagen mit vielen Suchen darf Google mehr ausgeben, laut der Hilfeseite „Ausgabengrenzen“ bei den meisten Kampagnen bis zum Doppelten des durchschnittlichen Tagesbudgets. Dafür gilt eine feste Grenze für den Monat, das 30,4-Fache des Tagesbudgets. Die in Rechnung gestellten Kosten „überschreiten niemals Ihre Ausgabengrenzen“, schreibt Google. Änderst du das Budget mitten im Monat, rechnet Google die Grenze für die restlichen Kalendertage mit dem neuen Tagesbudget.
Ein Beispiel mit runden Zahlen: Bei 20 Euro Tagesbudget darf ein einzelner Tag bis zu 40 Euro kosten, der ganze Monat bei unverändertem Budget höchstens 608 Euro. Rechne deshalb in Monaten.
Ich rate meinen Kunden, dieses Werbebudget getrennt vom Honorar zu führen und direkt bei Google zu bezahlen. So siehst du jeden Euro, der in Klicks fließt, auf deiner eigenen Rechnung, und niemand mischt Werbegeld und Arbeitszeit in einer Summe.
Von hinten gerechnet zeigt sich, was ein Klick kosten darf
Die übliche Frage lautet, was ein Klick kostet. Brauchbarer ist die umgekehrte Frage, wie viel ein Klick kosten darf, damit am Ende ein Auftrag mit Gewinn steht. Die folgenden Zahlen sind Beispielzahlen für einen erdachten Handwerksbetrieb, keine Marktwerte. Setze deine eigenen ein.
- Deckungsbeitrag pro Auftrag bestimmen. Gemeint ist, was nach Material und Lohn vom Auftrag übrig bleibt. Beispiel: 800 Euro.
- Werbeanteil festlegen. Entscheide, welchen Teil davon du für die Gewinnung eines Auftrags ausgeben willst. Beispiel: ein Viertel, also 200 Euro pro Auftrag.
- Abschlussquote einsetzen. Wird aus jeder vierten Anfrage ein Auftrag, darf eine Anfrage höchstens 50 Euro kosten.
- Anfragequote der Zielseite schätzen. Schickt jeder zwanzigste Besucher eine Anfrage, also 5 Prozent, brauchst du 20 Klicks pro Anfrage. 50 Euro geteilt durch 20 ergibt 2,50 Euro als höchsten vertretbaren Klickpreis.
- Mit der Schätzung von Google vergleichen. Der Keyword-Planer in deinem Google-Ads-Konto zeigt für deine Suchbegriffe und deine Region geschätzte Gebote. Liegen sie deutlich über deinem Wert, rechnet sich die Kampagne mit dieser Zielseite voraussichtlich nicht.
Aus demselben Rechenweg folgt das Budget. Willst du acht Anfragen im Monat, brauchst du 160 Klicks zu je 2,50 Euro, also 400 Euro. Geteilt durch 30,4 sind das rund 13 Euro Tagesbudget.
Für einen Webshop setzt du statt des Deckungsbeitrags pro Auftrag die Marge pro Bestellung an, abzüglich der Plattformkosten, etwa bei Shopify oder WooCommerce.
Wie weit Klickpreise auseinanderliegen, zeigt der Branchenvergleich von WordStream. Er beruht auf einer Stichprobe von 13.474 Suchkampagnen in den USA, die zwischen dem 1. April 2025 und dem 31. März 2026 liefen. Über alle Branchen lag der Klickpreis dort bei 5,42 US-Dollar, in der Kategorie „Home & Home Improvement“ bei 8,33 US-Dollar, jeweils als Median. Auf Deutschland lassen sich diese Werte nicht übertragen. Sie zeigen nur, dass die Spanne zwischen Branchen groß ist.
Anzeigen lohnen sich vor SEO, wenn Zeit knapper ist als Geld
Organische Suchergebnisse kosten keinen Klickpreis, brauchen aber Zeit, bis eine Seite weit oben steht. Wie das Finden ohne Anzeigen funktioniert und woran es meist hakt, beschreibe ich im Beitrag Bei Google gefunden werden ohne bezahlte Anzeigen. Anzeigen stehen ab dem ersten Tag, verschwinden aber mit dem letzten bezahlten Euro wieder.
Ebenfalls ohne Klickpreis erscheint dein Google Unternehmensprofil, das bei lokalen Suchen in der Kartenansicht stehen kann.
Nach meiner Einschätzung sprechen vier Lagen dafür, mit Anzeigen anzufangen.
- Neuer Betrieb oder neue Leistung. Solange die Seite organisch nirgends auftaucht, bringt die Anzeige am schnellsten Besucher aus der Suche.
- Dringende Suchen. Wer einen Rohrbruch hat, will heute Hilfe und vergleicht kaum zehn Ergebnisse.
- Suchbegriffe testen. Einige Wochen Anzeigen zeigen, welche Begriffe Anfragen bringen, bevor du Monate in Texte für SEO steckst.
- Saisonspitzen. Anzeigen für Heizungswartung im Herbst oder Klimageräte im Sommer schaltest du passend zur Nachfrage ein und wieder aus.
Gegen Anzeigen spricht es, wenn der Rechenweg oben keinen Klickpreis erlaubt, den der Keyword-Planer erreicht, oder wenn es keine passende Zielseite gibt.
In Suchmaschinenwerbung fließt insgesamt mehr Geld. Statista Market Insights beziffert die Ausgaben für Suchmaschinenwerbung in Deutschland für 2023 auf rund 7,6 Milliarden Euro und prognostiziert für 2026 rund 9,8 Milliarden Euro, jeweils als Summe der Werte für Desktop und Mobil. Die Werte ab 2024 sind Prognosen und betreffen Suchmaschinenwerbung insgesamt, nicht allein Google.
Meine Notiz: Ohne passende Zielseite bezahlst du Klicks ohne Anfragen
Ich biete Google Ads und Meta Ads an. Anzeigen ohne passende Zielseite halte ich für Geld ohne Gegenwert. Wer auf eine Anzeige für Dachrinnenreinigung in Bückeburg klickt und auf der allgemeinen Startseite eines Dachdeckers landet, muss erst suchen. Der Klick ist trotzdem bezahlt. Die Anzeige hat ihre Arbeit getan, die Seite nicht.
Im Rechenweg oben steckt die Zielseite in der Anfragequote. Halbiert sich diese Quote, halbiert sich der Klickpreis, den du dir leisten kannst. Gleichzeitig bewertet Google die Landingpage im Anzeigenrang mit, eine schwache Seite kostet also an zwei Stellen.
Meine Festlegung lautet deshalb, erst die Seite zu bauen und dann die erste Anzeige zu schalten: eine Leistung, ein Ort, eine Handlungsaufforderung. Wie ich eine Landingpage für Anzeigen aufbaue, steht auf der Leistungsseite. Ein höheres Budget repariert keine Seite, die niemanden zum Anfragen bringt.
Häufige Fragen
Was kostet Google Ads im Monat?
So viel, wie du festlegst. Google berechnet bei den meisten Kampagnen im Monat höchstens das 30,4-Fache deines durchschnittlichen Tagesbudgets, bei 10 Euro am Tag und unverändertem Budget also höchstens 304 Euro. Ob dieser Betrag reicht, zeigt der Rechenweg vom Auftrag her.
Gibt es bei Google Ads ein Mindestbudget?
Einen festen Mindestbetrag nennt die Google-Ads-Hilfe nicht. Liegt dein Budget unter der Empfehlung von Google, erscheinen die Anzeigen trotzdem, nur nicht bei jeder passenden Suche. Ein kleines Budget liefert deshalb wenige Klicks und kaum belastbare Zahlen.
Warum hat Google an einem Tag mehr ausgegeben als mein Tagesbudget?
Das Tagesbudget ist ein Durchschnittswert. Bei den meisten Kampagnen darf Google an einzelnen Tagen bis zum Doppelten ausgeben. Über den Monat berechnet Google trotzdem nicht mehr als das 30,4-Fache.
Lohnen sich Google Ads für Handwerker?
Das hängt am Verhältnis zwischen deinem Deckungsbeitrag pro Auftrag und dem Klickpreis in deiner Region, und an der Zielseite. Bei Notdiensten sehe ich einen Vorteil, weil Menschen dort meist suchen, um sofort jemanden zu beauftragen. Rechne mit deinen eigenen Zahlen nach, bevor du Budget freigibst.
Dein nächster Schritt
Wenn du wissen willst, welcher Klickpreis für deinen Betrieb tragbar ist, rechne ich das im Erstgespräch mit dir und deinen Zahlen durch. Dazu gehört ein ehrlicher Blick darauf, ob deine Zielseite Anfragen bringen kann.
Quellen
Alle Angaben habe ich am 28.09.2026 auf den genannten Seiten geprüft.
- Google Ads-Hilfe: Funktionsweise von Google Ads-Auktionen. o. J. https://support.google.com/google-ads/answer/6366577?hl=de, abgerufen 28.09.2026.
- Google Ads-Hilfe: Anzeigenrang. o. J. https://support.google.com/google-ads/answer/1722122?hl=de, abgerufen 28.09.2026.
- Google Ads-Hilfe: Ausgabengrenzen. o. J. https://support.google.com/google-ads/answer/10486637?hl=de, abgerufen 28.09.2026.
- Google Ads-Hilfe: Empfohlenes durchschnittliches Tagesbudget: Definition. o. J. https://support.google.com/google-ads/answer/25426?hl=de, abgerufen 28.09.2026.
- WordStream: Google Ads Benchmarks 2026: Competitive Data & Insights for Every Industry. 2026. https://www.wordstream.com/blog/2026-google-ads-benchmarks, abgerufen 28.09.2026.
- Statista (nach Statista Market Insights): Ausgaben für Suchmaschinenwerbung in Deutschland in den Jahren 2020 bis 2023 sowie eine Prognose bis 2028 (in Millionen Euro). 2026. Statista-Export, ID 456188, abgerufen 28.09.2026.